Geschichten, die stark machen
Mutmachgeschichten für Kinder
Eine Geschichte kann deinem Kind helfen, eine schwierige Situation schon einmal im Kopf zu erleben: den ersten Kita-Tag, die Nacht im dunklen Zimmer, das neue Baby zu Hause. Hier findest du Beispiele zum Vorlesen und Tipps, wie du sie einsetzt. Und wenn du magst, wird dein Kind selbst zur Hauptfigur.

Was ist eine Mutmachgeschichte?
Mutmachgeschichten erzählen von einer Figur, die vor derselben Herausforderung steht wie dein Kind und einen Weg findet, damit umzugehen. Statt eines direkten „Du musst keine Angst haben“ erlebt dein Kind mit, wie jemand anderes, der ihm ähnlich ist, mutig wird. Manchmal hörst du auch den Begriff therapeutische Geschichte. Gemeint ist dasselbe: Geschichten, die Kinder bei Ängsten, Veränderungen und kleinen Krisen des Alltags begleiten.
Kinder denken in Bildern und Geschichten. Über einen Bären, der sich vor dem ersten Kita-Tag fürchtet, lässt sich viel leichter reden als über die eigene Angst. Und wenn der Bär am Ende fröhlich nach Hause kommt, nimmt dein Kind etwas davon mit.
Woran du eine gute Mutmachgeschichte erkennst
- Die Hauptfigur ähnelt deinem Kind. Alter, Vorlieben, Alltag. Noch besser: Name und Aussehen.
- Das Problem wird ehrlich benannt. Die Figur hat Angst, ist traurig oder wütend, und das wird nicht ins Lächerliche gezogen.
- Es gibt eine Helferin oder einen Helfer. Eine weise Oma, ein freundliches Tier, ein besonderer Gegenstand. Sie geben Halt, lösen das Problem aber nicht für die Figur.
- Die Figur schafft es selbst. In kleinen Schritten, nicht durch Zauberei.
- Das Ende ist warm. Die Figur ist sicher, und um sie herum sind Menschen, die sie lieb haben.
So liest du Mutmachgeschichten vor
Wähle einen ruhigen Moment, am besten abends im Bett oder in einer stillen Minute am Nachmittag, nicht direkt nach einem Streit oder Wutanfall. Erkläre die Botschaft nicht. Dein Kind versteht sie auf seine Weise. Wenn es möchte, kannst du nachfragen: „Was meinst du, wie hat sich Paul gefühlt, als die Mama gegangen ist?“ Lies die Geschichte so oft, wie dein Kind sie hören will. Gerade bei Ängsten gibt die Wiederholung Sicherheit.
Viele Eltern beginnen schon einige Wochen vor einer Veränderung, etwa vor dem Kita-Start oder der Geburt eines Geschwisterchens. So hat dein Kind Zeit, sich in Gedanken vorzubereiten.
Warum eine Geschichte mit dem eigenen Namen besonders wirkt
Wenn die Hauptfigur genauso heißt wie dein Kind, dieselbe Frisur hat und denselben Kuschelhasen dabei hat, ist die Geschichte keine fremde mehr. Dein Kind erlebt sie als seine eigene und merkt sich, wie die Figur die Situation gemeistert hat.
Bei Winktale kannst du eine lange Geschichte mit einer Lehre erstellen. Zur Auswahl stehen zum Beispiel „Keine Angst vor der Dunkelheit“, „Keine Angst vor der Kita“, „Keine Angst vor dem Arzt“, „Im eigenen Bett schlafen“, „Zähne putzen“, „Teilen“ oder „Sich mit Bruder oder Schwester versöhnen“. Du kannst auch eine eigene Idee eintragen, etwa einen Umzug oder den ersten Schultag. Das Aussehen der Hauptfigur entsteht nach einem Foto oder deiner Beschreibung, und bis zu fünf Familienmitglieder, Freunde oder Haustiere können mitspielen.
Ausführliche Tipps zu einzelnen Themen findest du auch im Blog, zum Beispiel in den Artikeln Kind hat Angst im Dunkeln, Kita-Eingewöhnung und Einschulung: Angst nehmen.
Eine Geschichte ist ein liebevoller Weg, mit deinem Kind ins Gespräch zu kommen, aber keine Therapie. Wenn Ängste oder Schwierigkeiten über Wochen anhalten oder dein Kind beim Schlafen, Essen oder Spielen deutlich belasten, sprich mit eurer Kinderärztin oder eurem Kinderarzt oder mit einer Kinderpsychologin bzw. einem Kinderpsychologen.
Themen
Wähle ein Thema. Auf jeder Seite findest du eine vollständige Beispielgeschichte und Tipps für Eltern:

Angst im Dunkeln
Die Hauptfigur lernt die Nacht kennen und merkt, dass sie freundlich ist

Kita-Eingewöhnung
Abschied am Morgen, neue Freunde und Abholen am Nachmittag

Neues Geschwisterchen
Vom ersten Staunen bis zum Gefühl, großer Bruder oder große Schwester zu sein

Sauber werden
Abschied von der Windel, ohne Druck und mit viel Stolz

Teilen
Warum Abgeben schwer ist und wie es trotzdem Freude macht

Arztbesuch
Wartezimmer, Stethoskop und ein stolzer Heimweg

Zähneputzen
Wenn das Zähneputzen zum Abenteuer wird statt zum Kampf

Einschulung
Schultüte, neue Klasse und die erste Freundschaft
Häufige Fragen
Ab welchem Alter eignen sich Mutmachgeschichten?+
Ab etwa zwei bis drei Jahren, wenn Kinder Geschichten mit einer kleinen Handlung folgen können. Für die Kleinen sollte die Geschichte kurz und einfach sein, für Fünf- bis Siebenjährige darf es ein richtiges Abenteuer sein.
Wie oft sollte ich die Geschichte vorlesen?+
So oft dein Kind möchte. Viele Kinder wollen dieselbe Geschichte ein, zwei Wochen lang jeden Abend hören, bis die Situation vertraut geworden ist.
Ersetzt eine Mutmachgeschichte eine Therapie?+
Nein. Sie kann bei alltäglichen Herausforderungen helfen und ein Gespräch eröffnen. Wenn Schwierigkeiten stark sind oder lange anhalten, braucht es fachliche Unterstützung.
Kann ich eine Geschichte zu meinem eigenen Thema erstellen?+
Ja. In der langen Geschichte kannst du eine vorgegebene Lehre wählen oder eine eigene Idee eintragen, zum Beispiel einen Umzug, einen Krankenhausaufenthalt oder den Abschied von einem Haustier.

Gutenachtgeschichten
Ruhige Geschichten zum Vorlesen und Einschlafen

Personalisiertes Kinderbuch
Eine illustrierte Geschichte mit Namen und Aussehen deines Kindes

Kind auf Geschwisterchen vorbereiten: So wird aus dem Erstgeborenen ein großer Bruder oder eine große Schwester
Aus dem Blog

Kind hat Angst im Dunkeln: Was wirklich hilft und wie eine Geschichte Mut macht
Aus dem Blog
Eine Mutmachgeschichte über dein Kind
Wähle ein Thema, und die Hauptfigur mit dem Namen deines Kindes meistert es in der Geschichte. Das Erstellen ist kostenlos.
Mutmachgeschichte erstellen