Beispielgeschichte
Leo und das Töpfchen mit den Sternen
Beispiel · Held: Leo, 2 Jahre
Leo hatte ein neues Töpfchen. Es war blau, und auf dem Rand klebten kleine gelbe Sterne. Mama hatte es ins Bad gestellt, gleich neben die Badewanne. Leo schaute es sich von allen Seiten an. Dann ging er wieder spielen.
„Das Töpfchen ist für dich“, sagte Mama. „Wenn du mal musst, kannst du dich draufsetzen. Wie die Großen auf die Toilette.“ Leo nickte. Aber er trug lieber noch seine Windel. Die kannte er.
Am nächsten Tag setzte Leo seinen Teddy Bruno aufs Töpfchen. „Bruno muss mal“, sagte er ernst. Bruno saß ganz still. Dann fiel er um. Leo lachte so sehr, dass er sich auf den Boden setzen musste.
Am Tag danach setzte sich Leo selbst aufs Töpfchen. Mit Hose. Nur zum Probieren. Es war ein bisschen hart, aber ganz gemütlich. Leo blieb sitzen, bis Mama ihm ein Buch vorgelesen hatte. Dann stand er auf. „Fertig“, sagte er.
Eines Morgens, nach dem Frühstück, merkte Leo etwas in seinem Bauch. Ein Drücken. Er schaute auf seine Windel. Dann schaute er ins Bad. Dann lief er los, so schnell er konnte. „Mama! Muss!“
Mama half ihm mit der Hose und der Windel. Leo setzte sich aufs Töpfchen. Er wartete. Und wartete. Und dann plätscherte es. Leo machte große Augen. Er schaute nach unten. Er schaute zu Mama. „Ich hab gemacht!“
Mama klatschte in die Hände. „Leo! Du hast gemerkt, dass du musst, und bist hingelaufen. Das ist großartig!“ Leo strahlte, so wie die gelben Sterne auf dem Töpfchen.
Danach durfte Leo selbst spülen, auf der großen Toilette. Es rauschte laut. Leo hielt sich die Ohren zu, aber er lachte dabei. „Tschüss, Pipi!“, rief er.
Nicht jedes Mal klappte es. Einmal spielte Leo so schön mit seiner Eisenbahn, dass er das Drücken im Bauch gar nicht bemerkte. Dann war die Hose nass. Leo war ein bisschen traurig. Aber Mama sagte: „Das passiert. Beim nächsten Mal merkst du es vielleicht früher.“ Sie zog ihm eine trockene Hose an, und Leo spielte weiter.
Jeden Tag ging es ein bisschen besser. Leo bekam Unterhosen mit kleinen Feuerwehrautos. Er zeigte sie allen: Oma, Papa, sogar dem Briefträger. Bruno bekam auch eine Unterhose, aus einem Taschentuch.
Am Abend lag Leo in seinem Bett, Bruno im Arm. „Mama“, sagte er, „ich bin jetzt groß.“ Mama gab ihm einen Kuss. „Ja, das bist du. Und weißt du was? Groß werden darf so lange dauern, wie es eben dauert.“
Leo gähnte. Im Bad stand das blaue Töpfchen mit den gelben Sternen und wartete schon auf morgen. Und Leo schlief ein, ganz stolz.




