Mutmachgeschichte

Mutmachgeschichte für die Kita-Eingewöhnung

Für ein kleines Kind ist die Kita eine ganz neue Welt: fremde Erwachsene, viele Kinder, ein neuer Rhythmus und vor allem die Trennung von Mama oder Papa. Eine Geschichte über ein Kind, das diesen Weg schon gegangen ist und am Nachmittag fröhlich abgeholt wird, macht das Unbekannte vertraut.

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Aquarell: Ein Kleinkind mit Rucksack winkt an der Tür einer hellen Kita-Gruppe
Illustration mit KI erstellt

Was in eine gute Kita-Geschichte gehört

Kinder zwischen ein und vier Jahren beschäftigen beim Kita-Start vor allem drei Fragen: Kommt Mama oder Papa wieder? Gibt es dort jemanden, der lieb zu mir ist? Und was mache ich da den ganzen Tag? Eine gute Geschichte zur Kita-Eingewöhnung beantwortet genau diese Fragen. Sie zeigt den Tag der Reihe nach: den Abschied, die ersten unsicheren Minuten, das Spielen, das Mittagessen, die Ruhezeit und das Wiedersehen.

Rituale aus der Geschichte, die ihr übernehmen könnt

  • Ein Schatz in der Tasche. Ein kleiner Gegenstand von zu Hause, etwa ein Stein, ein Tuch oder ein Mini-Kuscheltier. In der Beispielgeschichte unten ist es ein glatter Kieselstein mit einem gemalten Herz.
  • Ein festes Abschiedsritual. Jeden Morgen dieselben Worte und Gesten: einmal drücken, ein Küsschen, winken am Fenster.
  • Eine klare Abholzeit. „Ich hole dich nach dem Mittagsschlaf ab.“ Und dann wirklich nach dem Mittagsschlaf da sein. Das Vertrauen in das Ritual hängt genau daran.

Kita, Krippe oder Tagesmutter

Ob dein Kind in die Krippe, in die Kita oder zur Tagesmutter geht, ob ihr in Österreich vom Kindergarten oder in der Schweiz von der Kita sprecht: Die Gefühle beim Start sind überall ähnlich. Ein Kind muss lernen, dass es einem neuen Menschen vertrauen kann und dass Mama oder Papa zuverlässig wiederkommen. Viele Einrichtungen begleiten das mit einer schrittweisen Eingewöhnung, in der die Zeit ohne Eltern nach und nach länger wird. Eine Geschichte kann diesen Weg begleiten, indem sie jeden Schritt vorher einmal durchspielt.

Auch nach der Eingewöhnung kann die Geschichte hilfreich bleiben, zum Beispiel nach den Ferien, nach einer Krankheit oder wenn eine vertraute Erzieherin die Gruppe verlässt. Dann ist der Abschied am Morgen manchmal wieder schwerer, und das bekannte Ritual gibt Halt.

Wann du die Geschichte vorlesen solltest

Am besten schon zwei bis drei Wochen vor dem ersten Kita-Tag und dann während der Eingewöhnung am Abend. So kann dein Kind den nächsten Tag in Gedanken schon einmal erleben. Für ganz kleine Kinder eignet sich eine kurze Mini-Geschichte mit wenigen Seiten. Wenn sich dein Kind in der Hauptfigur wiedererkennt, wirkt die Geschichte noch stärker. Bei Winktale kannst du in der langen Geschichte die Lehre „Keine Angst vor der Kita“ wählen und von eurer Kita, den Freunden und der Erzieherin erzählen.

Ausführliche Tipps für die ersten Wochen stehen im Artikel Kita-Eingewöhnung: Tipps für einen guten Start.

Eine Geschichte ist ein liebevoller Weg, mit deinem Kind ins Gespräch zu kommen, aber keine Therapie. Wenn Ängste oder Schwierigkeiten über Wochen anhalten oder dein Kind beim Schlafen, Essen oder Spielen deutlich belasten, sprich mit eurer Kinderärztin oder eurem Kinderarzt oder mit einer Kinderpsychologin bzw. einem Kinderpsychologen.

Beispielgeschichte

Paul und der Herzstein

Beispiel · Held: Paul, 2 Jahre

Paul hatte einen neuen Rucksack. Er war grün, hatte zwei Augen und sah aus wie ein kleiner Frosch. Heute durfte der Frosch zum ersten Mal mit in die Kita, zusammen mit Paul und Papa.

Vor der Tür blieb Paul stehen. Drinnen war es laut. Kinder lachten, irgendwo klapperte Geschirr, und es roch nach Apfeltee. Paul hielt Papas Hand ganz fest.

Papa ging in die Hocke. „Ich habe dir etwas mitgebracht“, sagte er und legte einen glatten, grauen Kieselstein in Pauls Hand. Auf den Stein hatte Papa mit rotem Stift ein kleines Herz gemalt. „Das ist ein Herzstein. Wenn du ihn drückst, denkst du an mich. Und ich denke an dich.“

Paul steckte den Herzstein in seine Hosentasche. Dann gingen sie hinein.

Die Erzieherin hieß Frau Yilmaz. Sie hatte eine weiche Stimme und eine Schürze mit Sonnenblumen. „Hallo Paul“, sagte sie. „Wir haben eine Rutsche. Und Bauklötze, die so groß sind wie du.“ Paul sagte nichts. Aber er schaute zu den Bauklötzen.

In den ersten Tagen blieb Papa die ganze Zeit dabei. Er saß auf einem kleinen Stuhl am Rand, und Paul lief manchmal zu ihm hin und dann wieder weg. Bei den Bauklötzen saß ein Mädchen mit Zöpfen. Sie hieß Mia und baute einen Turm. Paul gab ihr einen roten Klotz. Mia setzte ihn ganz oben drauf. Der Turm wackelte, und beide lachten.

Eines Morgens sagte Papa: „Heute gehe ich kurz einkaufen. Wenn ihr gefrühstückt habt, bin ich wieder da.“ Er drückte Paul einmal fest, gab ihm ein Küsschen und winkte am Fenster. Paul weinte ein bisschen. Frau Yilmaz nahm ihn auf den Schoß. Paul drückte den Herzstein in seiner Tasche, und dann ging es schon etwas besser.

Nach dem Frühstück stand Papa in der Tür. Genau wie versprochen.

Jeden Tag blieb Papa ein bisschen länger weg. Paul frühstückte mit den anderen Kindern, sang das Lied vom Regenwurm und rutschte mit Mia die Rutsche hinunter, immer wieder. Mittags gab es Nudeln mit Tomatensoße, und Paul aß zwei Teller.

Dann kam der Tag, an dem Paul auch in der Kita schlief. Er lag auf einer kleinen Matratze mit seiner Kuscheldecke, den Herzstein in der Faust. Frau Yilmaz summte leise. Und Paul schlief ein.

Als er aufwachte, saß Papa schon in der Garderobe. „Ich hole dich nach dem Schlafen ab“, hatte er gesagt. Und da war er.

„Papa“, rief Paul und rannte los. Papa fing ihn auf und wirbelte ihn herum. „Wie war es?“ Paul überlegte. Dann zog er den Herzstein aus der Tasche und hielt ihn hoch. „Gedrückt“, sagte er. „Und Rutsche. Mit Mia.“

Auf dem Heimweg hüpfte der Froschrucksack bei jedem Schritt. Und Paul wusste jetzt ganz genau: Morgens geht Papa weg. Und nach dem Schlafen kommt er wieder.

Häufige Fragen

Ab welchem Alter passt eine Geschichte zur Kita-Eingewöhnung?+

Schon ab etwa einem Jahr, wenn sie kurz ist und viele Wiederholungen hat. Für Zweijährige eignet sich eine Mini-Geschichte mit wenigen Seiten besonders gut.

Kann ich den Namen der Erzieherin in die Geschichte einbauen?+

Ja. Bei Winktale kannst du beim Erstellen der Geschichte von eurer Kita, den Freunden und der Erzieherin erzählen.

Hilft die Geschichte auch bei der Tagesmutter?+

Ja. Das Prinzip ist dasselbe: Abschied, neue Bezugsperson, Wiedersehen. Erzähl beim Erstellen einfach, dass dein Kind zur Tagesmutter oder zum Tagesvater geht.

Auch verfügbar auf English · Español

Eine Kita-Geschichte mit deinem Kind als Hauptfigur

Wähle die Lehre „Keine Angst vor der Kita“, und dein Kind findet in der Geschichte neue Freunde.

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