Mutmachgeschichte

Mutmachgeschichte für den Arztbesuch

Fremde Räume, ein Erwachsener, der einem in die Ohren schaut, und vielleicht ein Pieks: Viele Kinder haben vor dem Arztbesuch Angst. Eine Geschichte, die den Besuch Schritt für Schritt zeigt, macht ihn vorhersehbar, und was vorhersehbar ist, macht weniger Angst.

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Aquarell: Eine freundliche Kinderärztin hört mit dem Stethoskop einen Teddy ab, ein Kind schaut lachend zu
Illustration mit KI erstellt

Warum Kinder Angst vor dem Arzt haben

Beim Kinderarzt passiert vieles, das Kinder nicht beeinflussen können. Sie müssen sich ausziehen, stillhalten und Dinge zulassen, die ungewohnt oder unangenehm sind. Manche erinnern sich an eine Impfung oder an den Abstrich, als sie krank waren. Andere spüren einfach die Anspannung der Eltern. Und ein Wartezimmer voller hustender Kinder ist auch nicht gerade gemütlich.

Wie eine Geschichte vorbereitet

Eine Geschichte über den Arztbesuch zeigt den Ablauf: ankommen, warten, ins Behandlungszimmer gehen, abgehört werden, in Ohren und Mund schauen lassen, wieder anziehen, nach Hause gehen. Wenn dein Kind diesen Weg in einer Geschichte schon einmal erlebt hat, weiß es, was kommt. Die Figur darf dabei ruhig Angst haben, und sie schafft es trotzdem. Das ist die eigentliche Botschaft.

So bereitest du dein Kind vor

  • Ehrlich bleiben. Wenn eine Impfung ansteht, sag es. „Es pikst kurz, dann ist es vorbei.“ Ein „Tut gar nicht weh“ zerstört Vertrauen, wenn es dann doch weh tut.
  • Rechtzeitig, aber nicht zu früh ankündigen. Bei kleinen Kindern reicht oft der Vortag oder der Morgen.
  • Arzt spielen. Mit einem Spielzeug-Arztkoffer den Teddy abhören, ihm in die Ohren schauen, ihm ein Pflaster kleben. Rollentausch nimmt viel Angst.
  • Etwas Vertrautes mitnehmen. Das Kuscheltier darf mit untersucht werden, wenn die Ärztin mitspielt.
  • Hinterher würdigen. „Du warst aufgeregt und hast es trotzdem geschafft.“ Und vielleicht noch ein Abstecher zum Spielplatz.

Für das Wartezimmer lohnt es sich, eine Kleinigkeit einzupacken: ein Bilderbuch, ein Malheft, ein Snack. Langes Warten macht unruhig, und Unruhe verstärkt die Angst. Wenn ihr gemeinsam etwas Schönes macht, ist dein Kind entspannter, wenn es aufgerufen wird.

Gerade bei den U-Untersuchungen, die regelmäßig anstehen, lohnt sich eine gute Vorbereitung, denn so wird der Kinderarzt mit der Zeit zu einem vertrauten Ort.

Eine Geschichte mit dem Namen deines Kindes

Bei Winktale kannst du in der langen Geschichte die Lehre „Keine Angst vor dem Arzt“ wählen. Erzähl, was ansteht, etwa eine Vorsorgeuntersuchung oder eine Impfung, und was deinem Kind Sorgen macht. Die Hauptfigur trägt den Namen deines Kindes und geht den Weg mit seinem Kuscheltier.

Wenn dein Kind auch beim Zähneputzen streikt oder der erste Besuch beim Zahnarzt ansteht, schau auf die Seite Mutmachgeschichte zum Zähneputzen und in den Artikel Kind will nicht Zähne putzen.

Eine Geschichte ist ein liebevoller Weg, mit deinem Kind ins Gespräch zu kommen, aber keine Therapie. Wenn Ängste oder Schwierigkeiten über Wochen anhalten oder dein Kind beim Schlafen, Essen oder Spielen deutlich belasten, sprich mit eurer Kinderärztin oder eurem Kinderarzt oder mit einer Kinderpsychologin bzw. einem Kinderpsychologen.

Beispielgeschichte

Ben und das Herz vom Teddy

Beispiel · Held: Ben, 4 Jahre

Ben hatte Husten, schon seit ein paar Tagen. „Morgen gehen wir zu Frau Doktor Albers“, sagte Mama am Abend. „Sie hört dich ab, damit wir wissen, ob alles in Ordnung ist.“ Ben zog die Decke über den Kopf. „Ich will nicht.“

„Du darfst Brummel mitnehmen“, sagte Mama. Brummel war Bens Teddy. Er hatte ein Ohr, das ein bisschen abstand, und eine geflickte Pfote. Ben schaute unter der Decke hervor. „Wird Brummel auch untersucht?“ – „Das fragen wir Frau Doktor Albers“, sagte Mama.

Am nächsten Morgen saßen sie im Wartezimmer. Da gab es eine Kiste mit Spielsachen, ein Aquarium mit einem orangen Fisch und ein Mädchen, das auf dem Schoß ihres Papas schlief. Ben hielt Brummel fest und schaute dem Fisch zu. Der Fisch schwamm hin und her, ganz ruhig.

„Ben, bitte!“, rief eine Stimme. Ben drückte Brummel noch fester. Sein Herz klopfte laut.

Im Behandlungszimmer stand Frau Doktor Albers. Sie hatte graue Haare, eine Brille mit grünem Rand und um den Hals ein Stethoskop. „Hallo, Ben“, sagte sie. „Und wer ist das?“ – „Brummel“, flüsterte Ben. „Er hat auch Husten.“

„Oh je“, sagte Frau Doktor Albers. „Dann hören wir Brummel zuerst ab.“ Sie hielt das Stethoskop an Brummels Bauch. „Hmm. Ich höre ein Bärenherz. Es klopft ganz kräftig. Willst du auch mal hören?“

Sie steckte Ben die Enden des Stethoskops in die Ohren. Ben hielt das runde Ende an Brummels Bauch. Er hörte nichts, nur ein leises Rauschen. Aber er nickte trotzdem ganz ernst. „Bärenherz“, sagte er.

„Und jetzt hören wir, wie dein Herz klingt“, sagte die Ärztin. Ben zog seinen Pulli hoch. Das Stethoskop war ein bisschen kalt, und Ben zuckte. „Kalt, oder?“, sagte Frau Doktor Albers. „Ich wärme es kurz an.“ Sie rieb das runde Ende an ihrer Hand. Dann war es nicht mehr so kalt.

„Tief einatmen“, sagte sie. „Und ausatmen. Wie ein großer Drache.“ Ben atmete ein und pustete aus, so stark er konnte. Frau Doktor Albers lachte. „Was für ein Drache!“

Dann schaute sie ihm noch in die Ohren mit einem kleinen Licht und in den Hals, während Ben „Aaaah“ sagte. Brummel saß auf Mamas Schoß und schaute zu.

„Alles gut“, sagte Frau Doktor Albers. „Ein Husten, der bald wieder weggeht. Viel trinken, viel schlafen.“ Dann holte sie zwei Pflaster mit Sternen aus der Schublade. Eins klebte sie Ben auf die Hand. Eins klebte sie Brummel auf die geflickte Pfote.

Auf dem Heimweg hüpfte Ben über jede Pfütze. „Mama“, sagte er, „Brummel war gar nicht ängstlich.“ – „Und du?“, fragte Mama. Ben überlegte. „Am Anfang ein bisschen“, sagte er. „Aber dann war ich ein Drache.“

Häufige Fragen

Soll ich meinem Kind sagen, dass eine Impfung ansteht?+

Ja, ehrlich und kurz. Ein „Es pikst kurz, dann ist es vorbei“ ist besser als ein Versprechen, dass es nicht weh tut.

Wann sollte ich die Geschichte vorlesen?+

Am Abend vor dem Termin oder einige Tage vorher. Bei Kindern, die schon schlechte Erfahrungen gemacht haben, kann es helfen, sie öfter zu lesen.

Kann ich den Namen unserer Kinderärztin einbauen?+

Ja. Beim Erstellen der langen Geschichte kannst du erzählen, zu wem ihr geht und was ansteht.

Auch verfügbar auf English · Español

Eine Mutmachgeschichte für den nächsten Arztbesuch

Wähle die Lehre „Keine Angst vor dem Arzt“, und dein Kind geht in der Geschichte mutig zur Untersuchung.

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