Beispielgeschichte
Ben und das Herz vom Teddy
Beispiel · Held: Ben, 4 Jahre
Ben hatte Husten, schon seit ein paar Tagen. „Morgen gehen wir zu Frau Doktor Albers“, sagte Mama am Abend. „Sie hört dich ab, damit wir wissen, ob alles in Ordnung ist.“ Ben zog die Decke über den Kopf. „Ich will nicht.“
„Du darfst Brummel mitnehmen“, sagte Mama. Brummel war Bens Teddy. Er hatte ein Ohr, das ein bisschen abstand, und eine geflickte Pfote. Ben schaute unter der Decke hervor. „Wird Brummel auch untersucht?“ – „Das fragen wir Frau Doktor Albers“, sagte Mama.
Am nächsten Morgen saßen sie im Wartezimmer. Da gab es eine Kiste mit Spielsachen, ein Aquarium mit einem orangen Fisch und ein Mädchen, das auf dem Schoß ihres Papas schlief. Ben hielt Brummel fest und schaute dem Fisch zu. Der Fisch schwamm hin und her, ganz ruhig.
„Ben, bitte!“, rief eine Stimme. Ben drückte Brummel noch fester. Sein Herz klopfte laut.
Im Behandlungszimmer stand Frau Doktor Albers. Sie hatte graue Haare, eine Brille mit grünem Rand und um den Hals ein Stethoskop. „Hallo, Ben“, sagte sie. „Und wer ist das?“ – „Brummel“, flüsterte Ben. „Er hat auch Husten.“
„Oh je“, sagte Frau Doktor Albers. „Dann hören wir Brummel zuerst ab.“ Sie hielt das Stethoskop an Brummels Bauch. „Hmm. Ich höre ein Bärenherz. Es klopft ganz kräftig. Willst du auch mal hören?“
Sie steckte Ben die Enden des Stethoskops in die Ohren. Ben hielt das runde Ende an Brummels Bauch. Er hörte nichts, nur ein leises Rauschen. Aber er nickte trotzdem ganz ernst. „Bärenherz“, sagte er.
„Und jetzt hören wir, wie dein Herz klingt“, sagte die Ärztin. Ben zog seinen Pulli hoch. Das Stethoskop war ein bisschen kalt, und Ben zuckte. „Kalt, oder?“, sagte Frau Doktor Albers. „Ich wärme es kurz an.“ Sie rieb das runde Ende an ihrer Hand. Dann war es nicht mehr so kalt.
„Tief einatmen“, sagte sie. „Und ausatmen. Wie ein großer Drache.“ Ben atmete ein und pustete aus, so stark er konnte. Frau Doktor Albers lachte. „Was für ein Drache!“
Dann schaute sie ihm noch in die Ohren mit einem kleinen Licht und in den Hals, während Ben „Aaaah“ sagte. Brummel saß auf Mamas Schoß und schaute zu.
„Alles gut“, sagte Frau Doktor Albers. „Ein Husten, der bald wieder weggeht. Viel trinken, viel schlafen.“ Dann holte sie zwei Pflaster mit Sternen aus der Schublade. Eins klebte sie Ben auf die Hand. Eins klebte sie Brummel auf die geflickte Pfote.
Auf dem Heimweg hüpfte Ben über jede Pfütze. „Mama“, sagte er, „Brummel war gar nicht ängstlich.“ – „Und du?“, fragte Mama. Ben überlegte. „Am Anfang ein bisschen“, sagte er. „Aber dann war ich ein Drache.“




